Über uns…

Das Selbstverwaltete Jugendzentrum (SJZ)
-ein Selbstverständnis 08.09.2011 (bearbeitet 2012)

Seit mehr als 20 Jahren existiert der „Förderverein Selbstverwaltetes Jugendzentrum e.V.“, der sich zur Aufgabe gemacht hat ein unkommerzielles selbstverwaltetes Jugendzentrum in Siegburg zu betreiben. Zunächst waren wir von 1993 bis zum Sommer 2012 in Kellerräumen unter der Turnhalle in der Heinrichstraße 4 untergebracht. Die Gebäude dort wurden allerdings 2012 abgerissen, sodass wir umziehen mussten und unser neues zu Hause sich nun in der ehemaligen Hauptschule Haufeld befindet.

Das SJZ bietet Raum für unkommerzielle alternative Kultur. Regelmäßige Veranstaltungen sind:

Partys z.B. Mottopartys wie beipielsweise Schlagerpartys, Partys mit elektronischer Musik, Solipartys bei denen der Eintritt einer bestimmten Organisation oder Gruppe zukommt

Konzerte z.B. Punkrock, Rock, Hiphop, Liedermacher

Kneipenabende,…

Proben z.B. Bandproben zur Förderung Regionaler Musiker, Theaterproben

Infoveranstaltungen zu aktuellen Themen oder von politischen Gruppen organisiert

Vokü unsere Vokü (Volxküche) AG kocht regelmäßig bei größeren Veranstaltungen veganes Essen

Thekenabend Jeden Dienstag findet der Thekenabend statt, hier kann man quatschen, kickern oder einfach Bier trinken
Der Eintritt vieler dieser Veranstaltungen ist kostenlos oder wird durch freiwillige Spenden finanziert. Dies ist nur möglich durch die ehrenamtliche Arbeit vieler aktiver Mitglieder. Hast du Lust mitzumachen oder selber eine Veranstaltung zu organisieren, komm zur Mitgliederversammlung jeden ersten Sonntag im Monat. Bei diesen Versammlungen werden Entscheidungen im Konsens getroffen und wir streben unhierarchische Strukturen an.
Das SJZ ist ein Raum an dem Rassisten, Homophobe, Sexisten und Leute die Gewalt wollen nicht willkommen sind.

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Das SJZ – Communiqué Januar 2013

Das Selbstverwaltete Jugendzentrum Siegburg, versteht sich als unkommerzieller Freiraum. Der Aspekt der Selbstverwaltung betrifft sämtliche Bereiche die unmittelbar die Räumlichkeiten, sowie das kulturelle und/oder politische Programm betreffen.
In der offenen Mitgliederversammlung, die im Zweiwochentakt stattfindet, werden alle Belange des SJZ besprochen und nach einem basisdemokratischen Prinzip Entscheidungen getroffen, hierbei ist das Konsensprinzip Mittel der Wahl und nur in äußersten Notfällen werden Entscheidungen nach Mehrheitsentscheid getroffen.
Dass das SJZ Räumlichkeiten exklusiv nur für unkommerzielle Veranstaltungen zur Verfügung stellt ist eine bewusste Entscheidung der AkteurInnen. Durch den unkommerziellen, freiwilligen Charakter soll eine Alternative zum kapitalistischen Normalvollzug bereit gestellt werden. Wichtig finden wir es auch marginalisierten Gruppen einen Raum zu geben, an dem sie sich unabhängig vom Inhalt ihres Geldbeutels entfalten können und frei nach ihrem Willen ihre Freizeit, beziehungsweise ihr Leben, gestalten.

Um einen geordneten Ablauf im Alltag zu gewährleisten sehen sich die Mitglieder dazu gezwungen bestimmte Rahmenbedingungen aufzustellen, welches Verhalten gewollt ist und welches nicht.
Handlungs- und Verhaltensweisen welche Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie und Sozialchauvinismus Vorschub leisten oder beinhalten, können und wollen wir nicht tolerieren.
Dieser Rahmen ist in einer kapitalistisch, patriarchal und rassistisch geprägten Gesellschaft notwendig, um sich gegen Angriffe, welche die Freiheit einzelner oder gar den Freiraum an sich gefährden, zur Wehr setzen zu können. Des Weiteren ist dieser Rahmen nicht verhandelbar, da dieser wichtig ist, um möglichst vielen Menschen ein angenehmes Klima zu gewährleisten.
Bei uns ist jeder und jede willkommen, die/der sich in diesem Rahmen wiederfinden kann. Dieser Rahmen ist nicht dafür geschaffen Menschen von vornherein auszuschließen, sondern um aufzuzeigen wie für uns ein Gesellschaftsmodell jenseits von kapitalistischer Verwertungslogik und Herrschaft aussehen kann. Wir möchten Menschen einladen mit uns an einem Prozess teilzuhaben, der eine positive Veränderung der Lebensverhältnisse Aller zur Folge haben soll.

Wir möchten uns nicht mit den herrschenden Verhältnissen zufrieden geben und versuchen schon heute eine Alternative zu leben, die für Alle größtmögliche Freiheit und Mündigkeit verspricht.

Die rund 20 jährige Geschichte des SJZ zeigt die Notwendigkeit solcher Räume selbsterklärend auf und wir sind froh in einer Kleinstadt wie Siegburg einen Raum bieten zu können, der für die Emanzipation des Individuums einsteht und die Türe zu freier Entfaltung öffnet.

Erläuterungen:
Sozialchauvinismus betont die Überlegenheit der eigenen Kultur gegenüber anderen Teilen der Gesellschafft. Hierbei handelt es sich um die Inszenierung der eigenen Überlegenheit gegenüber einer als minderwertig empfundenen Gruppe im gleichen Bezugssystem.

Rassismus ist eine Ideologie, die „Rasse“ als bestimmenden biologistischen Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet.

Antisemitismus bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und Jüdinnen und des Judentums an sich.

Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu.
Homophobie bezeichnet die Ablehnung und Diskriminierung von gleichgeschlechtlicher Liebe.
Patriarchat beschreibt die Herrschaft des Mannes über die Frau.